Fragen im Bewerbungsgespräch ( Zulässig oder nicht? )

#1 von D.Maurer , 30.01.2011 21:47

Frage 1: „Wollen Sie Kinder“?

Unzulässig – „Die Frage nach dem Kinder­wunsch einer Bewerberin ist nicht erlaubt, da sie nach EG-Richtlinie eine Diskriminierung wegen des Geschlechts darstellt. Diese ist laut §611a BGB nicht zulässig. Dasselbe gilt für Fragen nach einer Beziehung, wenn nicht ausnahmsweise der Arbeit­geber ein betriebsbezogenes Interesse an der Aus­kunft, z.B. wegen des Wohnorts hat; eine Aus­forschung des Intimbereichs ist jedoch stets unzulässig “, so Rechtsanwalt Som­mer.

Tipp: Noch immer werden Frauen benachteiligt, da sie wegen möglicher Mutterschafts- und Er­ziehungs­ur­laube längere Ausfallzeiten haben könnten. Streiten Sie daher ab, Kinder haben zu wollen, oder stellen Sie den Wunsch in weite Ferne. „Ument­scheiden“ kann man sich später immer noch.


Frage 2: „Haben Sie Krankheiten?“

Zulässig – Sommer: „Ein Personaler darf nach Krankheiten fragen, durch die (nach BAG 7.6.84) entweder die Eignung für die vorgesehene Tätigkeit eingeschränkt ist, Ansteckungsge­fahr für künftige Kollegen/Kunden besteht oder in absehbarer Zeit mit einer Arbeitsunfähigkeit zu rech­nen ist (z.B. wegen geplanter Operation). Dasselbe gilt uneingeschränkt für die Frage nach der Schwer­behinderteneigenschaft .“

Tipp: Antworten Sie offen und ehrlich – bei einer Lüge darf Ihnen sonst später wegen arglistiger Täuschung gekündigt werden (§123 BGB).


Frage 3: „Sind Sie ein gläubiger Mensch?“

Unzulässig – „Der Glaube ist Privatsache. Laut Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz (AGG) dürfen Religion und Weltanschauung nicht zu Be­nachteiligungen führen“, sagt Sommer. Es gibt jedoch eine Ausnahme: „Zulässig ist die Frage bei kirchlichen Einrichtungen, wie zum Bei­spiel einem katho­lischen Kindergarten. Die Frage nach der Zugehörigkeit zur Scientology dürfte jedoch insbesondere bei Besetzung einer Ver­trau­ens­stellung zulässig sein.“
TIPP: Bleiben Sie freundlich, und stellen Sie eine Ge­gen­frage, beispielsweise: „Gibt es für die An­stel­lung be­stimm­te Anforderungen bezüglich der Religion?“

Frage 4: „Welche Partei unterstützen Sie?“

Unzulässig – „Nach der Parteizugehörigkeit oder politischen Überzeugung darf genauso wenig gefragt werden wie nach einer Mitgliedschaft bei der Gewerkschaft (Achtung: Nach der Einstellung ist diese Frage wegen möglicher Tarifbindung zulässig) – dies verstößt gegen Art. 9 Abs. 3 GG und das AGG. Ausnahmen sind Positionen bei politischen Parteien selbst“, so der Rechtsanwalt.

Tipp: Fragen Sie abermals gelassen, ob die Partei­mitglied­schaft für die Stelle von Bedeutung ist.


Frage 5: „Warum haben Sie eigentlich so lange studiert?“

Zulässig – schließlich „handelt es sich um eine direkte Frage zu den Jobqualifikationen“, sagt Rechtsanwalt Sommer.

Tipp: Hier interessiert die Personaler in erster Linie, wie Sie reagieren – bleiben Sie also sachlich und ruhig. Wenn Sie Ihre Schwachstellen im Le­bens­lauf kennen, können Sie sich gezielt auf eine Ant­wort vorbereiten. Wichtig ist, dass Sie die Un­terstellung, die bei der Frage mitschwingt, mit klugen Argumenten abwehren. Zum Beispiel: „Ja, sechs Jahre klingen nach einer langen Zeit. Aller­dings bin ich unter Berücksichtigung meines Aus­landsjahrs und der Durchschnitts­studienzeit an meiner Uni­versität einer der Schnell­sten.“


Frage 6: „Haben Sie Schulden?“

Je nach Beruf – „Meist tut die finanzielle Lage des Bewerbers nichts zur Sache“, so der Experte. „Diese Frage ist jedoch erlaubt, wenn es sich um einen Job bei einer Bank oder mit finanzieller Verantwortung handelt.“


D.Maurer  
D.Maurer
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zuletzt bearbeitet 10.02.2011 | Top

   

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